Sunday, 21 February 2010

East Coast

Nachdem wir einen Monat Früchte geerntet hatten, brach der große Regen in Childers ein. Regen = keine Arbeit; gerade Zitronen können nur geerntet werden, wenn sie vollkommen trocken sind. Unser Supervisor sagte uns, dass man Zitronen eine ganze Woche nicht ernten könne, wenn es einen Tag richtig regnen würde. Da es richtig regnete, entschieden wir uns dafür, unseren Job zu kündigen und Childers zu verlassen. Die einzige Arbeit, die uns dort noch zur Verfügung gestanden hätte, wäre der Tomaten Job gewesen... Aber das wollten wir uns wirklich nicht noch einmal antun.

So machten wir uns auf den Weg nach Surfers Paradise, welches südlich von Brisbane gelegen ist. Dort angekommen, genossen wir die tollen Geschäfte und gingen ein bisschen Shoppen.




Auch den wunderbaren Stand ließen wir uns nicht entgehen, denn hier war das Wetter wieder wunderschön und sommerlich warm.
Unser nächster Halt war das Backpacker-Mekka Byron Bay: Nocheinmal shoppen und Strand im vollem Maße.



Außerdem besuchten wir das Lighthouse das am östlichsten Punkt Australiens steht und schlürften ein paar Cocktails in einer der angesagten Bars an der Promenade.



Monday, 1 February 2010

Ackern

Ein Monat ist nun vergangen seit dem letzten Update – eine Menge haben wir erlebt! Zu Beginn des neuen Jahres haben wir uns auf Jobsuche begeben und sind leider nur auf einem Caranvanpark, der Jobs vermittelt fündig geworden, sodass wir eine lange Autofahrt auf uns nehmen mussten, um das kleine Dorf Childers in Queensland zu erreichen. Aber hey.. ein Job! In Childers angekommen, konnten wir direkt mit unserem ersten Fruit Picking Job anfangen. Von nun an hieß es für uns um 3 Uhr (morgens) aufstehen, um unseren Bus um 4 Uhr nicht zu verpassen, der uns zum Tomatenfeld brachte.



Nach einer 30 sekündigen Einführung unseres türkischen Chefs verfügten wir über genügend Kenntnisse diesen Job wahrnehmen zu können.



Es galt die grünen mit ein bisschen orange, nicht die roten Tomaten zu pflücken. Das tollste an dem Job – neben der äußerst miesen Bezahlung (1 Euro per Eimer) - war, dass wir am Anfang des Tages nie wussten, wann unser Arbeitstag im Feld wohl enden würde.



Manchmal waren wir schon nach 3 Stunden wieder zurück, manchmal verbrachten wir 7 Stunden auf dem Feld. Nach 6 Tagen Arbeit verließen wir unseren heißgeliebten Arbeitsplatz aus 2 Faktoren: Zum einen ging uns unserer ätzender Chef allmählich auf die Nerven und zum anderen wurde uns bewusst, dass wir mit den asiatischen Gastarbeitern nicht mithalten konnten. Einer von ihnen sammelte locker so viele Eimer wie wir beide zusammen.



Als wir der Frau im Büro unser Leid aussprachen, dass wir von unserem Hungerlohn nicht einmal die Miete bezahlen können, machte es nur deshalb Eindruck, weil sich gerade 2 Neuankömmlinge für den Tomatenjob einschrieben und uns entgeistert anstarrten. Um uns ruhig zu stellen, erhielten wir sofort einen der heißbegehrten stündlich bezahlten Jobs. Zitronen pflücken stand nun auf dem Programm.
Da Zitronen nur gepflückt werden können, wenn sie vollkommen trocken sind – also zur heißesten Zeit des Tages - begann der neue Job um 9 Uhr morgens und endete nach 7 Stunden Arbeit in der Sonne.



Geregelte Arbeitszeiten – ein ganz neues Gefühl für uns! Ein bezahltes 2Stündiges Einführungsseminar und eine angemessene Ausrüstung (Safety-Brille und -Veste, Beutel, Zange) erhielten wir am ersten Tag.



Das machte schon mal einen guten Eindruck auf uns. Nach den ersten Arbeitstagen wurde uns bewusst, warum dieser Job stündlich bezahlt wurde – so viele Zitronen! Wenn wir für das bezahlt worden wären, was wir pickten, wären wir wahrscheinlich reich geworden.



Nach ein paar Tagen wurde unsere gute Laune getrübt und rief sogar Angst bei uns hervor. Nur wenige Kilometer von uns entfernt verstarb eine deutsche Backpackerin 3 Wochen zuvor beim Zitronen ernten, weil sie von einer Schlange gebissen wurde. Ein Gespräch mit einem unserer Mitarbeiter, der schon 6 mal von einer Schlange gebissen wurde und von einem Biss eine Woche lang seine Sehkraft verloren hatte, munterte uns nicht gerade auf. Weiterführend erzählte er uns, dass man bei den hohen Temperaturen (35 Grad) so gut wie keine Überlebenschance habe, wenn man gebissen wird, da das Blut einfach zu dünn sei und das Gift zu schnell im Blutkreislauf verteilt werde. Getoppt wurde das Ganze nur noch davon, dass eine 2 Meter lange Schlange in der Mittagspause auftauchte. Unser Chef war sofort zur Stelle und stampfe und klatschte, um die Schlange zu vertreiben - 2 Stunden zuvor hatte er noch erklärt, dass man bloß am Zitronenbaum rascheln und beim Gehen stampfen bräuchte und die Schlange würde sofort verschwinden. Naja, unser Chef ist 2 m groß und hat mindestens Schuhgröße 52 und egal wie sehr dieser Bär auch klatschte und stampfte, die Schlange bewegte sich keinen Millimeter oder reagierte auch nur in irgendeiner Weise darauf.

In den darauffolgenden Tagen achteten wir besonders darauf, dass keine böse Überraschung unter oder im Zitronenbaum auf uns lauerte.