Saturday, 15 May 2010

Neuseeland

Der April:

4,3 mio Einwohner teilen sich das Land mit 40 mio Schafen!

Aufgrund der Nähe zu Australien, war es quasi ein Muss auch mal unseren neuen Nachbarn einen Besuch abzustatten. Also nahmen wir uns einen Monat Auszeit von unserem geliebten Australien.
Das erste, das uns auffiel, war der ernorme Temperaturunterschied. Kaum einen Fuß aus dem neuseeländischen Flughafen in Christchurch gesetzt, war dieser auch schon eingefroren… Nein! Ganz so schlimm war es dann doch nicht, dennoch kamen wir uns mit unserem sommerlichen Outfit fehl am Platz vor. Also kramten wir die eingestaubten Pullover und Jacken aus unseren Backpacks hervor und machten uns auf Erkundungstur der Südinsel mit unsrem Leihwagen.

Unser erstes Ziel waren die Moeraki Boulders südlich von Christchurch. Die 4 mio Jahre alten Gesteinsblasen betragen einen Durchmesser von bis zu 4m.



Weiter ging’s Richtung Süden zur bezaubernden Halbinsel Otago Peninsula, wo wir ein paar Robben “hallo” sagten, die gemütlich am Strand in der Abendsonne dösten.



Unmittelbar in der Nähe und doch so weit weg von der schönen Natur erbeuteten wir in der Großstadt Dunedin ein paar wärmere Kleindungsstücke und bekamen ein gratis Knöllchen für’s Falschparken. Aber wenigstens war uns jetzt nicht mehr kalt.
Wildes Buschland, idyllische Wasserfälle und einsame Buchten warteten in den Catlins auf uns.



Ein ganz besonderes Erlebnis war unser Ausflug zum Milford Sound. Mit Hilfe eines Bootes fuhren wir den 16 km langen Fjord bis zur Tasman Sea.



Ein ganzes Stück weiter Norden wartete der Mount Cook National Park auf uns. Der größte Berg Neuseelands nach dem der National Park benannt ist, bringt es zu einer Höhe von 3754m.



Im Herzen der Südinsel findet man Lake Pukaki und Lake Tekapo. Sie erstrahlen in einem unecht wirkenenden türkisfarbenen Ton.
Anschließend fuhren wir den Haast Pass entland, der uns zur Westküste brachte. Dort angekommen bestaunten wir den Franz Josef Glacier.



Einen überragenden Blick auf den Lake Matheson und die sich darin spiegelnden Alpengipfel hatten wir vom Aussichtspunkt View of Views.



Auf unserer to-do-Liste standen noch die Pancake Rocks, die von Wasser, Wind und Zeit ihre einmalige Form erhielten, die an aufeinander gestapelte Pfannekuchen erinnert.



Ganz im Norden trafen wir auf den Abel Tasman National Park, der zugleich unser letztes Ziel auf der Südinsel war. Ein langer Walk führte uns zu einsamen Buchten an verlassenen Stränden.



2 Wochen waren vergangen, so machten wir mit der Autofähre auf den Weg zur Nordinsel. In Wellingten begrüßte uns zu unserer Freude mit deutlich wärmerem Wetter. So schländerten wir durch die Innenstadt und besuchten das Museum of New Zealand.
Vorbei am Mount Egmont landeten wir schließlich an den Waitomo Caves. Mit einem Boot durchfuhren wir eine Höhle voller Glühwürmchen, die im Dunklen an der Decke einen Sternenhimmel bilden. Leider war das Fotographieren nicht gestattet.
Zum größten See Neuseelands (Lake Taupo) gelangten wir via Tongariro National Park, dem ältesten des Landes.





Den östlich gelegenen Städten, die sich von Napier bis Gisborn erstrecken, genossen wir vom Auto aus. Der Pacific Coast Highway brachte uns zur gigantischen Bay of Plenty. Stände und wunderschöne Landschaften sind dort wirklich im Überfluss vorzufinden. Es war einer unserer Lieblingsorte.



Die zentral gelegene Stadt Rotorua liegt in einer dampfenden wald- und seenreichen Thermalregion. Wir genossen ein Bad im Polynesian Spa und unternahmen Walks durch Waimangu Vulcanic Valley und Thermal Wonderland.








In Reglan besuchten wir Milena und tauschten wir uns mit unseren Erfahrungen und Erlebnissen der letzten Monate aus und gingen Surfen. Da wir noch keine Erfahrungen mit dem Surfen hatten, nahmen wir eine professionelle Surfstunde.





Bevor es von Auckland zurück nach Australien ging, machten wir einen Abstecher zu den Cathedral Cove und dem Hot Water Beach, aus dem tatsächlich hochend heißes Wasser aus dem Sand sprudelt, sobald man ein Loch gräbt.


Friday, 7 May 2010

Maleny

Was im März geschah:
So viel Urlaub hatten wir nun und so viele neue Eindrücke konnten wir sammeln.
Zurück in Brisbane angekommen, beworben wir uns für Jobs und wurden recht schnell fündig. Das Schicksal brachte uns nach Maleny (ausgesprochen: Maleynie). Die Menschen, die dort leben, leben dort, weil sie als Gemeinschaft etwas bewegen wollen. Beispielsweise setzen sie sich dafür ein, dass der Lokale Markt und nicht Global Players unterstützt werden. Überall in Maleny trifft man auf „organic food“, also Lebensmittel, die ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen und ohne Pflanzenschutzmittel angebaut werden. Der geschmackliche Unterschied zu nicht oranischem Essen ist unvorstellbar groß.
Früchte aus dem herkömmlichen Supermarkt haben viele Nährstoffe verloren, weil sie viel zu früh geerntet wurden und wie Äpfel z.B. für Monate schockgefroren werden.
Maleny ist in Australien durch seinen „Krieg“ mit Woolworths (größte Supermarktkette Australiens) bekannt geworden.
Vor ein paar Jahren plante der riesen Konzern eine Filiale in Maleny zu errichten. Zu allem Übel auch noch in einem Naturschutzgebiet. Die Einwohner Maleny’s waren alles andere als erfreut und betonten mehrfach, dass sie kein Woolworths in ihrer Stadt haben wollen; erst Recht nicht zum Nachteil ihrer geliebter Natur. Unzählige Protests folgten, allesamt zwecklos. So fragten die Einwohner die Manager von Woolworths: „Was bitte können wir tun, damit ihr kein Woolworths in unsere Stadt baut?“ Die Antwort: Ihr könnt uns das Grundstück für 1.000.000 Dollar“ abkaufen!
Bis zum Ende des nächsten Tages hatte die Gemeinschaft eine Million Dollar durch spenden gesammelt. Zwar sollen die Blicke der Manager schockierend gewesen sein, dennoch steht heute ein Woolworths in Maleny. Es ist wahrscheinlich die Woolworths Filiale mit dem schlechtesten Umsatz in ganz Australien, weil sich die Einwohner von Maleny stickt weigern dort einkaufen zu gehen und mit Stickern wie „Woolworths – I won’t shop there“ weiterhin protestieren.

Ihr könnt euch also vorstellen, dass wir viele interessante Menschen in Maleny kennen lernen durften.
2 Wochen lang arbeiteten wir für eine netten Famlie aus Maleny. Wir bekämpften Unkraut, kümmerten uns um die Hühner und halfen bei schlechtem Wetter im Haushalt.




Hier erfuhren wir vieles über die Hintergründe der Stadt und die Absichten der Bewohner.
Zu unserem Glück konnten wir sogar unseren Campervan an diese Famlie verkaufen. Zwar war es wirklich seltsam unser heißgeliebtes Auto wegzugeben, im Nachhinein sind wir jedoch froh, dass wir den ganzen Verkaufsstress jetzt schon hinter uns haben. Außerdem ist es beruhigend, dass unser Baby in guten Händen ist.



Die darauffolgenden 2 Wochen arbeiteten wir für Valry, eine Freundin der Famlie. Ihr Garten ist einfach nur atemberaubend schön. Man könnte es als eine Art Lebenswerk bezeichnen, denn fast ihr ganzes Leben pflegt, erneuert und gestaltet sie ihr kleines Paradies.





Mo beim pflücken einer Dragon Fruit. Unglaublich lecker und nährreich!



18 Monate lang hat diese Ananas sich Zeit genommen zu reifen. Das schmeckt man auch!



Es war wirklich schön mit ihr zusammen zu wohnen und Zeit zu verbringen. Sie ist ein sehr interessanter Mensch, von dem man viel lernen kann. Gleichzeitig hat sie es geschafft uns das Gefühl zu geben ein richtiger Teil der Familie zu sein.
Valry hat sich nicht nehmen lassen uns ein wenig herumzuführen, sodass wir wundervolle Gegenden um Maleny herum erleben durften.